Zirkusdirektor wollte ich werden...

... gelandet bin ich in der Politik. Spötter mögen fragen, ob da ein wesentlicher Unterschied festzustellen ist. Für mich ist er gewaltig. Ich möchte etwas für die Gemeinschaft bewegen und gestalten, Dinge voranbringen, von denen ich überzeugt bin, und nicht allein das Publikum unterhalten.

 

Geboren wurde ich am 3. September 1949 in Hoffenheim (Gemeinde Sinsheim) bei Heidelberg. Dort waren meine aus Jugoslawien vertriebenen Eltern gerade untergekommen, bis mein Vater als Lehrer - und späterer Rektor einer Hauptschule - im Hegau eine neue Heimat für die bald vierköpfige Familie gefunden hatte. Ich wuchs zusammen mit meinem ein Jahr jüngeren Bruder Siegfried in Singen auf. Dort machte ich 1969 das Abitur. Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich Mitglied der CDU, wie mein Vater, der in Singen Stadt- und Kreisrat war. Den Wehrdienst leistete ich in Immendingen und Sonthofen in einer ABC-Abwehreinheit des Heeres; als Fähnrich der Reserve schied ich 1971 aus.

 

Zwei Gedanken haben mich früh bewegt: zum einen die Deutschlandpolitik, denn zwei deutsche Staaten wollte ich nicht akzeptieren. Mich bewegte vor allem die Benachteiligung von Deutschen, die nur das Pech hatten, im anderen Teil Deutschlands zu leben. Deshalb gründete ich das "Jugendkuratorium Unteilbares Deutschland", was schon damals unter Jugendlichen alles andere als selbstverständlich war. Zum anderen hat mich die 68er Bewegung - der Versuch, mit Gewalt etwas zu verändern - abgeschreckt. Diese Komponenten waren bei mir ausschlaggebend, aktiv in die Politik einzugreifen und mitzuhelfen, den Rechtsstaat auszubauen.

 

In Freiburg studierte ich von 1971 bis 1975 Rechtswissenschaften. Das war für mich das Rüstzeug für meine spätere politische Arbeit. Nach dem Referendariat, dem 2. Staatsexamen und einer zweijährigen Tätigkeit beim Rektor der Universität Freiburg als Beauftragter für politische Bildung wechselte ich 1979 in die Innenverwaltung des Landes und wurde im Jahr darauf stellvertretender Landrat des Kreises Tuttlingen, wo ich seither lebe.

 

Hier habe ich mich besonders für soziale Belange eingesetzt. Bis heute gilt mein besonderes Augenmerk der Förderung psychisch Kranker, einer Gruppe, die in Teilen unserer Bevölkerung noch gar nicht als richtig krank anerkannt ist. In Tuttlingen habe ich einen sehr erfolgreichen Förderverein gegründet, der unter anderem auch Werkstätten unterhält; dort bin ich Ehrenvorsitzender. Zusätzlich war ich vier Jahre Vorsitzender der Bundesvereinigung "Aktion Psychisch Kranke" in Bonn.

 

Mitglied des Deutschen Bundestages bin ich seit 1990; am 22. September 2013 wurde ich mit 57,8 Prozent der Erststimmen zum nunmehr siebten Mal als Abgeordneter des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen gewählt. Von 1998 bis 2002 war ich Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag. Am 24. September 2002 wurde ich zum 1. Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Dieses Amt übte ich bis Januar 2005 aus.

 

Am 24. Januar 2005 wählte mich der Kleine Parteitag in Berlin - auf Vorschlag der Fraktions- und Parteivorsitzenden Angela Merkel - zum Generalsekretär der CDU Deutschlands.

 

Nach der Bundestagswahl 2005 wurde ich am 21. November 2005 als Nachfolger unserer Bundeskanzlerin mit über 93 Prozent zum Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag gewählt. Seitdem habe ich dieses Amt inne und wurde zuletzt am 23. September 2014 bei den turnusgemäßen Fraktionswahlen mit 93,9 Prozent darin bestätigt.

 

Verheiratet bin ich seit 1976 mit der Ärztin Elisabeth Kauder, der Tochter des langjährigen Konstanzer Bundestagsabgeordneten Hermann Biechele (*1918 +1999).

 

Während meiner Zeit im Landratsamt Tuttlingen habe ich mich mit richtungsweisenden sozialen Projekten befasst - z.B. mit der Qualitätssicherung in der Betreuung psychisch Kranker. Soziale Projekte - wie die Einführung der Ren- tenversicherung in den Neuen Bundesländern - haben mich auch während meiner Zeit im Arbeits- und Sozialausschuss des Bundestages beschäftigt.

 

Da ich an zeitgenössischer Kunst interessiert bin, war es mir eine besondere Freunde bei der künstlerischen Ausgestaltung des Reichstagsgebäudes in Berlin mitgewirkt zu haben.

 

Das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fülle ich seit 2005 gerne aus. An dieser Stelle kann ich mich besonders gut für den Erfolg der CDU-geführten Bundesregierung unter der Bundeskanzlerin Angela Merkel einsetzen.