Sterbebegleitung

Der Bundestag hat in dieser Woche in beeindruckender Form über die Frage der Sterbehilfe debattiert. Alle Positionen wurden in großem Ernst und mit teils hoher Sachkunde beschrieben. In den kommenden Monaten werden wir die Debatte fortführen. Bei der Behandlung dieses Themas, das sehr viele Menschen bewegt, sind wir mit der Orientierungsdebatte einen Schritt weiter gekommen. Ich bin froh, dass sich eine breite Mehrheit für die Position abzuzeichnen scheint, jede Form der organisierten Sterbehilfe zu untersagen.

 

 

Meinen Redebeitrag zu diesem schwierigen Thema können Sie sich auf dieser Seite noch einmal anschauen. Ich bin der Meinung, dass für einen Christen ein solches Verbot zwingend ist. Denn der Mensch ist das Ebenbild Gottes. Daraus leitet sich seine besondere Würde ab, die – wie das Grundgesetz formuliert – unantastbar ist. Diese Würde muss auch im Sterben gewahrt werden.

 

Es gibt nicht wenige Menschen, die meinen, dass zu dieser Würde auch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod gehört – bis hin zur Inanspruchnahme organisierter Hilfe beim Sterben. Die Würde des Menschen ist aber meiner Meinung nach nicht gleichzusetzen mit einer Verabsolutierung der Selbstbestimmung. Der Mensch ist ein Wesen, das verschiedene Phasen der Entwicklung durchläuft. Als Kind ist er auf die Fürsorge seiner Eltern angewiesen, im Alter auf die Fürsorge seiner Kinder oder anderer Menschen. Dies ist für den Menschen prägend.

 

Vereinen, die Sterbehilfe in organisierter Form anbieten, kommt es aber gerade nicht auf Fürsorge an, mit der die Würde eines Menschen gewahrt würde. Im Gegenteil: Diese Vereine leisten Beihilfe zur Tötung des Trägers der Würde, zur Vernichtung des Wesens, das – wie gesagt – Gott nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Wir haben in Deutschland schreckliche Erfahrungen mit der Organisation des Todes gemacht. Nie mehr darf anonymen Organisationen die Macht über Leben oder Tod eingeräumt werden.

 

Auch wenn sich im Bundestag eine Mehrheit für ein Verbot der organisierten Sterbehilfe ergibt, wäre dies nicht das Ende der Debatte. Es wäre dann noch darüber zu diskutieren, ob Ärzte unter bestimmten Voraussetzungen Beihilfe zum Suizid leisten dürfen.

 

Auch das lehne ich persönlich ab. Ich war in dieser Woche sehr beeindruckt vom Beitrag eines Schwerkranken, der im Berliner „Tagesspiegel“ erschien. Er widersprach ausdrücklich der Ansicht, dass den Medizinern erlaubt sein sollte, Schwerkranken den Giftcocktail zu reichen. „Mein Vertrauen in die Ärzteschaft wäre erschüttert, wenn sie ihren Ethos so leicht aufgäbe und nicht mehr heilen und lindern“ würde, schrieb er. Dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.

 

Weitere Informationen und einen Überblick über die Debatte finden Sie auf den Seiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Klicken Sie hier, wenn Sie dorthin weitergeleitet werden möchten.